Integrative Arbeit

Integrationsgruppen oder integrative Arbeit sind Begriffe, die im Kern darauf verweisen, dass etwas zusammengefügt, integriert werden soll, was vorher getrennt war. Integration wird nötig, weil es Ausgrenzungen gibt. Ausgrenzung von Behinderten, Ausländern, Leistungsschwächeren, Stillen, Schwierigen, besonders Klugen, Hässlichen, Widerborstigen, von allen die anders sind, als die Mehrheit es für "normal" hält. Bis die Verschiedenheit von Menschen als selbstverständlich akzeptiert oder sogar als Bereicherung verstanden wird, ist sicherlich noch ein weiter Weg zurückzulegen.
Wir sind auf dem Weg diesem gesellschaftlichen Verständnis entgegenzuwirken und betreuen seit 1999 Kinder mit Behinderungen in der Kita Schlewecke. Seit dem können die Kinder frühzeitig mit den ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Entwicklungsverläufen anderer Kinder in Kontakt treten. Sie erfahren das Gemeinsame aller Kinder, nämlich die Wünsche nach Annahme, Kommunikation und Beziehung, ihre kindliche Neugier auf die Welt, ihr Bedürfnis nach Bewegung und Eigenaktivität, ihre Freude und Lust, sich zu entfalten, zu wachsen und Grenzerfahrungen zu machen. Diese Erfahrungen dienen den Kindern bei der Bewältigung ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Lebenssituationen, sowie ihrer Persönlichkeitsentwicklung und verdienen unseren Respekt und unsere Anerkennung.

Integration bedeutet für das Kind mit Behinderung seine eigene Leistungsfähigkeit und sein Potential von Fertigkeiten neben denen altersgleicher Kinder zu entwickeln und dabei die eigenen Besonderheiten beizubehalten. Dadurch werden die Kinder bei der Bewältigung der psychosozialen Folgen ihrer Behinderung von uns unterstützt in dem ihre Stärken und Fähigkeiten erkannt und gefördert werden. Mit Behutsamkeit und Geduld im Umgang mit ihren Eigenheiten und ihren Schwierigkeiten gelingt es ihnen, sich im Leben und in der Welt zurechtzufinden.

Gruppen im integrativen Kindergarten sind altersgemischt, hier hat das Kind die Möglichkeit zwischen Einzel-, Partner- und Kleingruppen zu wählen. Es bekommt Entwicklungsanreize in großer Vielfalt und im Zusammenleben können Ähnlichkeiten, wie Verschiedenheiten entdeckt werden. Jedes Kind ist für jedes andere pädagogisch bedeutsam. Kleingruppen finden sich verstärkt als Interessengruppen zusammen und ergänzen sich in ihrem Vorhaben, ohne gleiche Leistungsfähigkeit aufweisen zu müssen. Im Miteinander und Gegeneinander können die Kinder Stärken und Schwächen erkennen, lernen damit umzugehen und toleranter zu sich und anderen SpielgefährtInnen zu sein. Die Gruppe bietet den Kindern Orientierung und Sicherheit und lässt dennoch Entscheidungsspielräume zu.

Das Zusammenleben und die gemeinsame Erziehung von Kindern mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Bedürfnissen ist prinzipiell erstrebenswert und zukunftsweisend. Insofern heißt unsere Devise:
Wir sind noch lange nicht am Ende, wir fangen erst richtig an! Denn Integration ist nicht ein einmalig erreichter Zustand sondern ein gesellschaftlich- sozialer Prozess, der ständig neu vollzogen werden muss.